Kennen Sie das auch? Diesen Drang nach Geschichten? Da erzählte mir doch gestern meine bosnische Freundin:
Wie jedes Jahr, bekommt Oskar in der Weihnachtszeit seine melancholische Phase, in der Regel geht das so um den 2. Advent los. Erst kommt ihm Judith in den Sinn, -wie schön es doch war, damals, man trotzte der Weihnachtszeit, hörte “Let it be”, naschte von den selbstgebackenen Haschischkeksen, nach wochenlangen Recherchen kredenzte Oskar diese eigenhändig und mit auserlesenen Zutaten gebackenen Kekse seinen Freundinnen und betrachtete mit kindlichem Staunen das hektische, lichtbehangene Treiben in den Strassen.-
Ewig wird es ihm in Erinnerung bleiben, wie er damals als Weihnachtsengel im Lichterschein die Herzen der Damen beglückte und ihm ein bewunderndes “What a man” entgegenschlug.
Und dann war da Rena, ach, wie liebte er ihr Engelshaar, ihren Hüftschwung und ihr zielstrebiges, bestimmtes Klackern. Und immer am 24., obwohl er nach langen, tränenreichen Diskussionen durchgesetzt hatte: “DIESES JAHR MACHEN WIR DIESEN ZIRKUS NICHT MIT; WIR SCHENKEN UNS NICHTS” ging er in diesen Laden, die entzückende Dame hinter dem Tresen bediente ihn zielsicher kompetent und er ging mit einem Bijou von dannen, mit der Sicherheit, dass die entzückende Dame das Richtige für Rena ausgesucht hatte, es war auch tatsächlich jedesmal ein Volltreffer.
Ach, Zarah, wie liebte sie diese Weihnachtsstimmung, die Kerzen, die Chöre und die melancholischen Gedichte von Sarah Kirsch und Else Lasker-Schüler “Ich habe dich gewählt unter allen Sternen”, er hatte ihr diese CD einmal geschenkt, an einem 26., alle Läden hatten zu, ein spontanes Meeting, nein, nichts von der Tankstelle, da war doch diese CD, die ihm Frau Weh geschenkt hatte….und auch damit traf er ins Schwarze, Zarah weinte im Kerzenschein vor Rührung.
Hoppla, es ist ja schon wieder Weihnacht, oh Schreck,
DER VIERUNDZWANZIGSTE!!!
Da ist doch dieser gelbe Buchladen Lesefutter in Singen, für Mira findet er dort sicher das Richtige. In 2 Sätzen klärt er um was es geht und nach weiteren 3 Sätzen hat er das richtige Buch für Mira…….auch das war seit 4
Jahren jedesmal ein voller Erfolg und gab der recht angeschlagenen Beziehung für ein weiteres Jahr den nötigen Zusammenhalt.
SCHLUSS NUR FÜR FRAUEN:
Da Oskar kein Einzelfall ist, ergab es sich, dass sich eine durchaus ansehnliche, feminine Leserinnenschaft im Lesefutter fand, es wurde diskutiert und frau nahm so manche nützliche Überlebensstrategie mit nach Hause (Die sonderbare Karriere der Frau Choi-Birgit Vanderbeke) oder stellte fest, “nein, du auch?”, der hat tatsächlich immer die selbe Masche und wir Weiber fallen drauf rein.
Kennen Sie das auch? Sie sitzen gemütlich in der Küche, tratschen mit Ihren Freundinnen und plötzlich sind Sie mittendrin in den brisanten Themen.
Wir sassen also, meine Schweizer Freundin (Muslimin und Secondo) meine bosnische Freundin (Orthodoxe und eingekauft) und ich (Katholikin und Grenzgängerin) in meiner Küche bei Kaffee, Butterbrezeln und Gipfeli.
“Im Blick steht doch tatsächlich: Minarettstreit spaltet die Schweiz”. Nicht das eine von uns Leserin dieses Blattes wäre, aber am Bahnhofskiosk ist dieses Blatt nunmal nicht zu übersehen. ” Nah ich finde eine Moschee passt auch nicht in die Schweiz.” “In Konstanz passt das aber sehr gut, da steht die Moschee neben dem Mediamarkt, im Laden kaufe ich gerne ein und ins Stadtbild passt sie mindestens so gut wie der Mediamarkt.” Die Katholische Kirche bimmelt seit 10 min und lädt zur Abendandacht. “Eigentlich müssten nach dieser Abstimmung die Kirchen ihre Kirchtürme nun abreissen, wenn die Moslems nur ohne Minarett beten dürfen, dann ist es nur recht, wenn die Christen dann auf ihre Türme verzichten, schliesslich geht es um die Gleichberechtigung.” Inzwischen schlagen die Katholiken die 7. Abend-stunde und die Lutheraner stimmen ein. “Und im Türkeiurlaub hat es mich nie gestöhrt wenn plötzlich zur Gebetsstunde-Allah uegber- ertönt, das ist auch nur 4x am Tag und nicht jede halbe Stunde und die Tonlage ist auch erträglicher als dieses helle Gebimmel.” Meine schweizer Freundin schaut mich entgeistert an. “Oder wir Gläubigen machen einen Kompromiss: die Kirchtürme bleiben, die Glocken werden abgehängt und eine Stimme ruft -Gott ist gross- über die Häufigkeit muss aber noch abgestimmt werden.”
Allerseits: Guten Start in die Woche.
Kennen Sie das auch? Es ist mal wieder Montag, die Wäsche schreit und Sie sitzen beim 3. Kaffee.
Es regnet und ich verziehe mich mit Kaffee, Laptop und “Der Kanzlerin” ins Bett, nurnoch 1 Stündchen.
Der Laptop wirft mir lauter Katastrophen entgegen und ich flüchte in die Phantasie von Dinkelmann, der unserer Kanzlerin detailierte botanische Kentnisse der Alpenflora andichtet.
Nun mit dieser differenziert humorvollen Kanzlerin würde ich schon auch mal die Staffelegg erklimmen und den Blick auf die Sondermülldeponie Kölliken geniesen, es muss ja nicht immer der Säntis sein.
Der Kaffee ist alle, die Wäsche ruft, auch ich muss mein Tagwerk beginnen. Eine phantasievolle Woche allerseits.
Kennen Sie das auch? Sie sitzen am day after beim Kaffee und fragen sich, was war das denn gestern?
Da sitzen zwei gemühtlich im Cafe, er listet ihre Qalitäten, es betritt eine langhaarige, schöne Junge den Raum und er trachtet betrachdend …keine Ahnung was, oder doch das eine? Die Brust schwillt, der Blick bleibt wiederkommend haftend und sie entschliest sich, dass es doch Zeit für einen neuen ist.
Allseits schöne Woche.
Kennen Sie das auch? Sie fahren mit Ihrem Kleinwagen über dihe Grenze und geniessen das Radioprogramm hüben und drüben?
Ich fuhr also gestern beschallt von ….de und wechselte zu ….ch. Da erzählt mir doch einer, unsere Anscheela würde in der Ukraine für ein Dönerrestaurant Werbung machen. Habe nicht mitbekommen ob das jetzt die Morgenscherzeinlage eines Aargauer Deutschfreundes war oder ein schweizer Aufruf zum Sparen, wäre aber taktisch unklug, da hätte ja unsere Anschie für ein Migrosbudgetsandwich werben müssen.
Nah jedenfalls stelle ich mir vor, ich geniese mit Anschie eine Mercimekcorba, sie knabbert an einem Falaffel, wir trinken Ayran dazu, sitzen in Odessa und geniessen den Blick auf den Depper….
Es ist schon seltsam, auf was für Gedanken man so kommt, aber mal im Ernst, “Die Kanzlerin” vom schweizer Fritz H. Dinkelmann aus dem schweizer Lenosverlag lohnt sich, bin auf Seite 157.
Also dann allerseits eine nebelarme, kommunikative Woche, bis nächsten Montag.
PS: Leuchtturm hat geschrieben, blos? Wie kann ich ihm antworten?
Kennen Sie das auch? Man hat Geburtstag, ist schon etwas alt, hat eigentlich wenig materielle Wünsche, freut sich aber sehr über alte Rituale und selbst gewählte Hailaits.
Für mich ist so ein HL der jährliche Gang zu IKEA, man gratuliert mir mit einer netten Karte und fordert mich auf, mein Geburtstagsgeschenk an der Information abzuholen.
So pilgerte ich zu IKEA, kaufte ein Blümchen, trank Kaffee mit Softeis und Schokosauce und ging zur Info.
Eine nette Dame wünschte mir alles Gute zu meinem ….sten und überreichte mir eine Schachtel mit der grossen Aufschrift Happy Birthday.
Ich freu mich, denke eine Wundertüte, wie damals….und um die Spannung zu erhöhen beschliese ich sie erst zu Hause zu öffnen.
Endlich, zu Hause, öffne ich die Schachtel, da findet sich eine weitere Schachtel und zwei Tüten. Ich entscheide mich nun für meine Brille und lese das Kleigedruckte: Preparato per trancio, Preparation pour gateau, Backmischung.
Mein GT ist vorbei und ich warte immernoch auf den Bäcker von IKEA, so werde ich halt wieder einen Ausflug zu ihnen machen, es gibt destimmt schon diese süssen Silberengel und das Softeis schmeckt mir auch wenns kalt ist.
Kennen Sie das auch? Sie sitzten irgendwo am Meer, es ist Ihr letzter Ferientag und sie denken wehmütig an das graue Mitteleuropa, an Ihren tristen Arbeitsplatz und haben es längst aufgegeben etwas verändern zu wollen.
Doch da ist doch noch etwas, ein Traum, schon oft geträumt, aber sonst? Was wäre wenn ich das Ambiente von hier einfach mitnehmen könnte? Wäre es dann angenehmer am Arbeitsplatz, an dem ich zum alten Eisen gehöre und die jungen (dynamisch bank- und fortschrittsergeben) ja wissen wo es lang geht und die angeblichen neuen Ansätze ansetzten. War alles schon mal da, die neuen Besen die angeblich besser kehren, den Langzeittest aber nicht überstehen.
Und der Traum? Aussteigen um mit neuen, jungen, dynamischen die selben Dinge bearbeiten. Oder wäre es ein echter Fortschritt es einmal mit den alten altgewordenen zu probieren?
Kennen Sie das auch? Sie sitzen am Montag Morgen irgendwo in Europa, trinken Kaffee und nutzen das w-lan.
Ich sitze also unter einem Gummibaum, geniese die 22° und gebe meinen Senf zum besten. Nachdem ich (wahrscheinlich unter Schock) letzte Woche den Guido kurzerhand auf Wolfgang umbenannt habe, bin auch ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Rege mich zwar immernoch auf, wenn mein Wolfi (oder Euer Gidi) behauptet, die Mehrheit der Deutschen habe diese durchaus adrette Farbkombination gelb/schwarz gewollt, aber jetzt müssen wir es halt ertragen und eventuell an entscheidenden Stellen(siehe “Die Frau vom Checkpoint Charly”) als wandelnde APO unsere Meinung kundtun.
Also nicht verzagen und packen wir es an, Plakatkarton, Schnur und Farbe bei mir gratis erhältlich.
PS: Bis zum Hochstbetrag von 100€ für eine überzeugende Aktion.
Falls einer mir einen Tipp geben kann, wie ich das dann als Parteispende für die FDP absetzen kann……..Danke
Kennen Sie das auch? Sie sitzen vor dem Fernseher, trinken Ihren ersten Morgenkaffee und fragen sich, wie konnte das passieren.
Sind alle die damals fuer mehr Gerechtigkeit auf so mancher Demo waren sonstwo in Urlaub oder sitzen Sie zu Hause, da Sie dank harziger 4 seit dem 15. Butterbrot und Pulverkaffee degustieren und schon lange aufgegeben haben sich fuer irgendwas zu angagieren, da sie Dank ihres Alters und Dank der Tatsache, dass die Firma schon seit 5 Jahren in russischer oder war es kanadischer Hand ist und trotz Umschulung die erhoffte Neuorientierung ausblieb.
Oder haben wir versaeummt unseren Kindern klarzumachen, dass es nichtnur auf den persoenlichen Erfolg, sondern auch auf ein stabieles soziales System ankommt, in dem auch eine Putzfrau in Wuerde und finanzieller Sicherheit wachsen und alt werden kann.
So bleibt zu hoffen, dass meine Firma mich nicht als Altholz aussortiert, weil das im frischen Wind Schaden anrichten koennte.
KennenSie das auch? Sie sitzen am PC möchten eine einfache Arbeit erledigen, doch dannn….
Ich wollte nur einen Text einfügen, doch leider ist es mir nicht vergönnt, dass das funktioniert. So lasse ich es und publiziere was sowieso keiner liest.
